mRay und Cercare Medical erstmals gemeinsam im klinischen Einsatz in Italien

Bei der ASL Viterbo verbindet ein integrierter Workflow automatisierte Perfusionsanalysen mit mobiler klinischer Entscheidungsunterstützung.

Anfang August war es soweit: Im Klinikverbund der ASL Viterbo kommt mRay nun gemeinsam mit den Perfusionsanalysen von Cercare Medical im klinischen Alltag zum Einsatz. Es ist die erste gemeinsame Installation seit Beginn der Partnerschaft – und damit der erste konkrete Anwendungsfall, in dem sich zeigt, was beide Unternehmen mit ihrer Zusammenarbeit erreichen wollen: die Lücke zwischen medizinischer Bildgebung, automatisierter Analyse und klinischer Entscheidungsfindung zu schließen.

Die Ausgangslage: Zeitdruck und fragmentierte Abläufe

In der Akutversorgung zählt jede Minute. Bei Schlaganfall, Hirnblutung oder Schädel-Hirn-Trauma müssen Behandlungsteams unter hohem Zeitdruck fundierte Entscheidungen treffen – auf Basis komplexer Bildgebung, die in der Regel eine fachärztliche Beurteilung erfordert. Gerade in kleineren oder räumlich abgelegenen Zentren steht diese Expertise jedoch nicht immer rund um die Uhr vor Ort zur Verfügung.

Hochwertige Bildgebung ist in den meisten Kliniken vorhanden. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, die Informationen ohne Zeitverlust von der Aufnahme bis zu denjenigen zu bringen, die über die weitere Behandlung entscheiden. Befunde, Bilder und Abstimmungen verteilen sich häufig auf verschiedene Systeme, Telefonate und Standorte.

Genau an dieser Schnittstelle setzt die Kombination aus Cercare Medical und mRay an: Cercare liefert eine automatisierte, quantitative Analyse der Bildgebung, während mRay die daraus entstehenden Informationen gezielt und unmittelbar für die behandelnden Teams verfügbar macht.

Was Cercare Medical liefert

Cercare Medical analysiert CT-, CBCT- und MRT-Perfusionsdaten des Gehirns automatisiert und stellt die Ergebnisse direkt im PACS bereit. Grundlage ist das hauseigene Vascular Model, das eine präzise Abgrenzung hypoperfundierter Areale ermöglicht.

Neben etablierten Perfusionsparametern liefert die Software unter anderem automatisierte ASPECTS-Scores, eine KI-gestützte Segmentierung von Infarktkern und Penumbra sowie weiterführende metabolische Marker. Das Produktspektrum reicht von Cercare CT/MR Stroke über die Advanced-Variante bis zu Cercare MR Neuro Advanced und deckt damit sowohl Schlaganfall- als auch neuroonkologische Fragestellungen ab.

Kurz gesagt: Cercare beantwortet die quantitative Frage – wie groß ist der Infarktkern, wie groß die potenziell rettbare Penumbra und in welchem Zustand befindet sich das Gewebe? Das Ergebnis ist eine standardisierte und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für die weitere klinische Beurteilung.

Was mRay dazu beiträgt

Eine Analyse ist nur dann hilfreich, wenn sie schnell bei den richtigen Personen ankommt. Genau hier setzt mRay an: nicht als weiteres Analysewerkzeug, sondern als Kommunikations- und Entscheidungsebene rund um die medizinische Bildgebung. Entscheidend ist dabei insbesondere die nahtlose Nutzung auf mobilen Endgeräten – eine zentrale Stärke von mRay, das von Grund auf für den mobilen Zugriff auf medizinische Bilddaten entwickelt wurde.

Im klinischen Workflow der ASL Viterbo sieht der Ablauf folgendermaßen aus:

  • Sobald Cercare die Perfusionskarten berechnet und im PACS bereitgestellt hat, erkennt mRay über regelbasierte Workflows relevante Fälle automatisch – beispielsweise bei Verdacht auf eine Large Vessel Occlusion (LVO) oder eine intrakranielle Blutung (ICH).
  • Die zuständigen diensthabenden Ärztinnen und Ärzte aus Neurologie, Neuroradiologie und bei Bedarf der interventionellen Neuroradiologie erhalten automatisch eine Benachrichtigung auf Smartphone, Tablet oder Desktop. Kritische Fälle können dabei gezielt eskaliert werden.
  • Über eine vorkonfigurierte Bildansicht stehen beispielsweise das native CT und die entsprechenden Perfusionskarten unmittelbar zur Verfügung. Der Fall ist damit direkt für die klinische Beurteilung vorbereitet, ohne dass Bilder zunächst manuell zusammengesucht oder Befunde telefonisch übermittelt werden müssen.
  • Die anschließende Fallbesprechung erfolgt über einen sicheren, fallbasierten Chat sowie über Bildfreigabe und Screensharing in Echtzeit. So können sich die beteiligten Fachdisziplinen unabhängig davon abstimmen, ob sie am selben Standort oder an unterschiedlichen Kliniken arbeiten.

Technisch ist mRay als mobile Imaging-Plattform darauf ausgelegt, sich in bestehende klinische IT-Strukturen zu integrieren. Als Medizinprodukt der Klasse IIb ist mRay unabhängig von PACS, Betriebssystem und Browser nutzbar.

Damit werden Analyseergebnisse nicht nur bereitgestellt, sondern unmittelbar in die interdisziplinäre Entscheidungsfindung eingebunden.

Das Ergebnis ist ein durchgängiger Workflow: von der CT- oder MR-Aufnahme über die automatisierte Perfusionsanalyse bis hin zur gemeinsamen klinischen Entscheidungsfindung – ohne die Medienbrüche, die in komplexen Schlaganfallnetzwerken wertvolle Zeit kosten können.

Der Weg in die klinische Praxis: Rollout in Viterbo mit KASTER Medical Technology

Die Umsetzung in Viterbo erfolgte gemeinsam mit KASTER Srl, dem exklusiven Distributor von Cercare Medical in Italien. Das in Rom ansässige Unternehmen ist auf die Ausstattung und Versorgung von Krankenhäusern, Kliniken und Universitäten mit medizinisch-chirurgischen Technologien spezialisiert und bietet dabei neben klassischen Medizintechniklösungen auch spezialisierte Softwarelösungen an.

Für das Rollout bei der ASL Viterbo übernahm KASTER die Installation und das Setup vor Ort. Das Team von mbits imaging war parallel remote eingebunden und unterstützte die Einrichtung und Konfiguration von mRay.

Dabei wurden die Systeme so aufeinander abgestimmt, dass die von Cercare erzeugten Perfusionsanalysen automatisiert in die mRay-basierten Workflows einbezogen werden können. Relevante Untersuchungen werden erkannt, die entsprechenden Teams benachrichtigt und die für die Beurteilung benötigten Bilddaten unmittelbar verfügbar gemacht.

Ein gemeinsamer Workflow für die Schlaganfallversorgung

Mit der Installation bei der ASL Viterbo stellt sich die Partnerschaft zwischen Cercare Medical und mbits imaging erstmals im klinischen Alltag unter Beweis. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten bei Cercare Medical, KASTER Srl und der ASL Viterbo für die gute Zusammenarbeit und die erfolgreiche Umsetzung dieses ersten gemeinsamen Projekts.

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